Gangstörung, Inkontinenz, Demenz - mögliche Ursache: Normaldruckhydrocephalus



Die Erweiterung der inneren Liquorräume ohne erhöhten intrakraniellen Druck (Normaldruckhydrocephalus, Altershirndruck) kann zu den Symptomen Gangstörung, Inkontinenz, Demenz und Schwindel führen. Etwa 2 bis 5 Prozent der über 65-Jährigen sind von dieser Erkrankung in Deutschland betroffen. 

Quelle: Hamburger Ärzteblatt, 8.7.2015, S.13

Kaltwasserbäder nach dem Laufen - Unterstützen sie die Regeneration? Wird die Erholungsphase verkürzt?

 

Ist die Kaltwasseranwendung nach dem Sport hilfreich? Ist sie leistungssteigernd? 


Es liegen Hinweise vor, dass Kaltwasserbäder nach einer intensiven Belastung die Regeneration beschleunigen, das subjektive Gefühl von schweren Beinen vermindert und bestimmte Verletzungen in ihrer Entstehung verhindert. Bisherigen Untersuchungen zufolge sind objektiv messbare Vorteile in Bezug auf die Leistungsfähigkeit nur gering ausgeprägt. Die Kaltwasserbäder gelten als wirksam, wenn die Behandlung unmittelbar nach dem Training begonnen wird. 

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Kaltwasserbäder die Regeneration verkürzen. Wassertemperaturen zwischen 10-15° C und eine Dauer von 5 bis 15 Minuten scheinen die Erholung nach intensiven Belastungen am effektivsten zu verbessern. 

Welche Temperatur und welche Dauer der Anwendung gelten als vorteilhaft? 

Im Bezug auf die Verminderung von Muskelkater scheint die Anwendung von 10 Min eintauchen in 6 °C kaltes Wasser anderen Formen überlegen zu sein (3x 1 Min bei 10°C oder Wechselbäder (3x: 1 Min kalt (10°C) und 1 Min warm (38°C) oder 10 Min bei 10°C). 

Kaltwasser, Warmwasser, Wechselbäder: 

Gibt es Unterschiede in der Wirksamkeit? Die Ergebnisse zum Vergleich Kaltwasserbäder versus Ausruhen: In 14 Studien waren Kaltwasserbäder bei Muskelschmerzen sowohl nach einem Tag wie auch nach zwei, drei und vier Tagen dem reinen Ausruhen überlegen, wobei am dritten Tag der Unterschied auf einer visuellen Analogskala am größten war. 

Kaltwasserbäder versus Wechselbäder: In der Kontrollgruppe von fünf Studien unterzogen sich die Probanden einem Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser. Hier gab es weder bei Muskelschmerzen noch bei der subjektiv oder objektiv gemessenen Erholung signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. 

Kaltwasser- versus Warmwasserbäder: Daten von fünf Studien zeigten bei Muskelschmerzen und Muskelkraft keine Unterschiede, subjektiv wurde die Kaltwasseranwendung als angenehmer empfunden und die Regeneration war beschleundigt. 

Fazit

Gleich nach einem harten Wettkampf die Beine ins kalte Wasser halten, das scheint tatsächlich den drohenden Muskelkater etwas abzumildern. 


Literatur / Quellennachweis: 

Versey NG, Halson SL, Dawson BT. Water immersion recovery for athletes: effect on exercise performance and practical recommendations. Sports Med. 2013 Nov;43(11):1101-30. 

Glasgow PD, Ferris R, Bleakley CM. Cold water immersion in the management of delayed-onset muscle soreness: Is dose important? A randomised controlled trial. Phys Ther Sport. 2014 Nov;15(4):228-33. 


http://www.amazon.de/welchen-Erkrankungen-helfen-Naturheilmittel-Wechseljahresbeschwerden/dp/1497408253/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1418147861&sr=1-2&keywords=detlef+nachtigall

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Behandlung von Sportverletzungen: Patellaspitzensyndrom

 

Patellaspitzensyndrom, Petallo-Femoral-Beschwerden, Schmerz unterhalb der Kniescheibe 

Eine simple Methode die Belastung auf die Kniescheibe bzw das Kniegelenk zu reduzieren: Vorgebeugt laufen bzw. nach vorne geneigt laufen. Zwei aktuelle Studien belegen, dass ein höherer Neigungswinkel beim Laufen die Belastung auf das Patellofemoral-Gelenk vermindert und damit die Beschwerden reduzieren kann. 

Geistiger Abbau - Ist eine Vorbeugung von Gedächtnisstörungen möglich?

Nachlassende Gedächtnisleistungen

Dem Rückgang geistiger Leistungsfähigkeit vorzubeugen, ist das Ziel vieler medikamentöser und nicht-medikamentöser Behandlungsansätze. In einer kürzlich erschienenen Übersichtsarbeit wurde geprüft, ob körperliche Aktivität in Form von Radfahren, Laufen, Gehen und anderen körperlichem Training sich positiv auf die Gedächtnisleistung von Personen im Alter von über 60 Jahren auswirkt (Carvalho 2014). Es wurden insgesamt 27 Studien mit einer Beobachtungsdauer von mindestens 6 Monaten (randomisiert kontrollierte Studien) bzw. 12 Monaten (Beobachtungsstudien) analysiert. Ergebnis: Körperliches Training oder gezielte körperliche Aktivität kann die Gedächtnisleistung verbessern und das Fortschreiten eines kognitiven Abbaus verzögern bzw. vermindern.

Quelle:Carvalho A, Rea IM, Parimon T, Cusack BJ. Physical activity and cognitive function in individuals over 60 years of age: a systematic review. Clin Interv Aging. 2014 Apr 12;9:661-682. eCollection 2014.

Knochenbrüche - Rauchen verzögert die Frakturheilung

Auswirkung des Rauchens auf den Heilungsprozess bei Frakturen

Aus vorausgehenden Studien war bereits bekannt, dass Rauchen das Risiko von postoperativen Komplikationen erhöht und die Frakturheilung verzögert. Eine kürzlich erschienene Übersichtsarbeit konnte diese Erkenntnisse bestätigen und weitere negative Auswirkungen des Rauchens auf die Frakturheilung aufzeigen. Den Daten zufolge erhöht Rauchen das Risiko eines Nicht-Zusammenwachsens der Frakturenden im Allgemeinen. Besonders ausgeprägt scheint dieser Effekt bei Tibiafrakturen und offen Frakturen. Zudem liegen Hinweise auf eine höhere Rate an postoperativen Infektionen bei Rauchern im Vergleich zu Nicht-Rauchern vor (Scolaro 2014).

Quelle: Scolaro JA, Schenker ML, Yannascoli S, Baldwin K, Mehta S, Ahn J. Cigarette smoking increases complications following fracture: a systematic review. J Bone Joint Surg Am. 2014 Apr 16;96(8):674-81.

 

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Bei Asthmapatienten kann eine Erkältung bereits eine Asthma-Exazerbation (eine deutliche Zunahme typischer Asthmabeschwerden) verursachen. In einer aktuellen Metaanalyse wurde geprüft, ob eine Vitamin-C-Gabe das Risiko einer Asthma-Exazerbation infolge einer Erkältung vermindern kann. Den Ergebnissen zufolge kann eine Hochdosis-Vitamin-C-Gabe die bronchiale Überempfindlichkeit und das Risiko für einen Asthmaanfall deutlich vermindern. Die Autoren der Studie empfehlen, dass Asthmapatienten individuell ausprobieren sollen, ob die Vitamin-C-Gabe vor einer Verschlechterung des Asthmas, ausgelöst durch eine Atemwegsinfektion, schützt.

Quelle: 
Hemilä H. Vitamin C and common cold-induced asthma: a systematic review and statistical analysis. Allergy Asthma Clin Immunol. 2013 Nov 26;9(1):46.

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Quelle: Hemilä H, Koivula T. Vitamin C for preventing and treating tetanus. Cochrane Database Syst Rev. 2013 Nov 13;11:CD006665. [Epub ahead of print]